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Michael Tschuggnall

Der Anfang

26. März 1982 war sein allererste Auftritt! In Hall in Tirol tritt Michael Tschuggnall ins Rampenlicht des Kreißsaals und begeistert erstmals mit seiner Stimme (schon damals mit einer Eigenkomposition.).

Als Sohn zweier Musiklehrer genießt Michael schon im frühen Alter im wahrsten Sinne des Wortes Musikerziehung, überlebt den obligaten Flötenunterricht, und entdeckt bereits mit 6 Jahren eines seiner heutigen Paradeinstrumente: das Klavier, auf dem er sich später noch an der Musikschule Telfs in den Stilen Klassik, Pop und Jazz ausbilden lässt.

Nicht nur Red Bull verleiht Flügel

Auf der Musikschule Telfs trifft Michael auch auf seine erste große Liebe dreibeinig, in elegantem Schwarz: ein Bösendorfer Flügel. Auch der Flügel des Starmania Finales, auf dem Michael mit "Tears of Happiness" gewonnen hat, war zufällig ein Bösendorfer. Kein Wunder, dass Michael eine enge Verbundenheit zu diesem Namen spürt. Die Klavierbauerfamilie konnte sich dieser Liebe natürlich nicht entgegenstellen und hat ihm derzeit leihweise einen Flügel nach Hause gestellt. "Ein Traum von mir", schwärmt Michael, der das "Heiligtum", wie er sagt, "immer poliert und pflegt wie ein Kind."

Michael Tschuggnall am Sand

Mit 12 Jahren gibt Michael den Rhythmus weniger in der Musik als auf Tiroler Tennisplätzen vor. Mit überzeugender Vorhand (mit der er äußerst erfolgreich von der eher miserablen Rückhand ablenkt), gewinnt er die wichtigsten lokalen Turniere und schafft es sogar bis an die Spitze. Doch schließlich will er seine Zukunft nicht auf (rotem) Sand bauen, und gibt die Tenniskarriere aus Zeitgründen auf - die Musikausbildung ist ihm wichtiger.

Der Mann im Hintergrund

Mit 14 Jahren lernt Michael sein heute zweites Paradeinstrument zu spielen: den E-Bass. Bald zupft er ihn nicht nur an der Musikschule Telfs, sondern auch in diversen Bands. Dabei begnügt er sich mit dem typischen Dasein eines Bassisten - er hält sich stets im Hintergrund, ist in keiner der Bands jemals der Frontman, Bandleader oder Leadsänger. Michael ist zurückhaltend und drängt sich nicht auf, hin und wieder singt er im Background. Das eingeprägte Bild von Michael als Balladensänger, der sich selbst alleine am Klavier begleitet, kennen vor dem Starmania-Finale nur die vier Wände seines stillen Kämmerleins. Niemals vor diesem legendären Fernsehauftritt hat er eine derartige Soloperformance vor Publikum gewagt!!

Nach dem Abschluss der Musikschule in Telfs beginnt Michael eine HTL-Ausbildung als Wirtschaftsinformatiker. Zum Zeugnis-Finale 2001 lautet das Saalvoting der Lehrerschaft: 1,0 Matura mit Auszeichnung. Das begonnene Informatik-Studium muss aber derzeit ruhen, denn alle Zeit und Energie steckt Michael im Moment in die Musik. Zwischen Promotionauftritten, Interviews und Studioterminen bleibt im Moment nicht einmal die Zeit, sich in der Mensa blicken zu lassen.

Leibköchin und Oberfanpostmeister

Tatkräftige Unterstützer sind natürlich Michaels Eltern. "Sie sind sehr stolz auf mich, aber beklagen sich natürlich, dass sie mich so selten sehen", erzählt Michael. "Obwohl sie mich vor Starmania auch nicht öfter gesehen haben können, weil ich da zwölf Stunden täglich vorm Klavier+Computer in meinem gehockt bin und dann die ganze Nacht mit Freunden weg war. Da idealisiert die Mama die Vergangenheit ein bißchen."

Michaels Vater ist übrigens "Oberfanpostmeister" er kümmert sich um die tägliche Fanpost und das äußerst gewissenhaft. Selbst knappste Autogrammanfragen werden immer mit ausführlichen persönlichen Zeilen beantwortet. Die Mutter unterstützt ihren berühmten Sohn (von insgesamt dreien), indem sie ihm jeden kulinarischen Wunsch von den Augen abliest, wenn er endlich mal wieder zu Hause is(s)t.

Tirol du bist sein Heimatland

Zuhause, das wird für Michael übrigens immer nur in Telfs sein. Auch ein eigenes Haus ist für ihn einmal nur dort vorstellbar, mit der näheren Umgebung als absoluter Toleranzgrenze. Nicht einmal bei seinen derzeitigen Fünf-Tage-Wochen in Wien kommt für ihn eine Wohnung in der Hauptstadt in Frage. Michael zieht weiterhin das Leben in unverbindlichen Hotels vor, damit  zu Hause weiterhin, nur das elterliche Heim in Tirol bleibt.

Gibt es ein Leben nach Starmania?

Mit dem eigenen Lied und noch dazu sich selbst allein am Klavier begleitend, hat Michael Tschuggnall sich so früh wie kein anderer der Starmaniacs vom Casting-Star-Image gelöst. Dass er - wie sein Vorbild Elton John - ein eigenständiger Musiker ist, der selbst komponieren und spielen kann, möchte Michael auch auf seiner eigenen Tournee beweisen. Keine Playbacks mehr, keine Coversongs

Debutalbum und musikalische Zukunft

Für sein Debutalbum,  (VÖ: 30. Juni 2003), hätte Michael gerne alle Songs selbst geschrieben, aber im Trubel rund um die vergangene Starmania-Tour und die begleitenden Promotiontermine fehlte die Zeit. Trotzdem werden drei Eigenkompositionen auf dem Album zu finden sein. "Aber ich hab zumindest alle Lieder ausgesucht und auch während der Produktion noch mitarrangiert", erklärt Michael. "Das bin also trotzdem alles ich, was da drauf ist."

Den Musikstil des Albums beschreibt Michael: "Es ist Pop. Sehr naturbelassen mit echten Streichern und Klavier. Es ist eher ruhig, aber enthält durchaus auch rockige Songs mit E-Gitarren, weil das auch sehr meines ist."

Und wie hoch will Michael damit hinaus? "International nehm ich mir nichts vor, ein Erfolg in Deutschland wäre schon ein Traum. Aber für die nähere Zukunft wünsch ich mir zumindest soviel Erfolg in Österreich, dass ich weiterhin Konzerte geben, Alben machen und von der Musik leben kann. Mit Beginn der nächsten Starmania Staffel wird es sicher ruhiger um mich werden, und ich möchte die Zeit nutzen und daran arbeiten, dass ich danach trotzdem noch präsent bin."

In weitere Alben möchte er sich dann auch mehr selbst einbringen, als es beim Debutalbum möglich war. "Vielleicht werd ich auch irgendwann in einem ganz anderen Stil enden, wer weiß. Aber auf jeden Fall will ich die Songs für das nächste Album alle selber komponieren."

Komposition und Text

Wie kommt Michael Tschuggnall zu seinen Song-Ideen? "Komponieren kann ich nur zu Hause am Klavier", meint er, "und für einen guten Song braucht man Zeit. Man kann sich zwar hinsetzen und zur schnellen Komposition zwingen, aber dann wird es immer nur ein mittelmäßiger Song bleiben. Manchmal kommen zwei kleine Ideen in einer halben Stunde, dann sitz ich wieder Tage lang an einem Refrain."

Was zeichnet einen guten Refrain aus? "Einmal hören und merken", ist Michael überzeugt. "Vor Jahren hab ich Freunden ein erstes Demo von "ATears of happiness" vorgespielt. Einer davon hat mich zwei Jahre später gefragt, was daraus geworden ist und hat mir noch den Refrain vorsingen können! Da hab ich gemerkt...da ist mir wohl was gelungen."

"Die Musik für einen Song fertigzustellen, gelingt mir dann noch relativ schnell", ergänzt Michael. "Aber für den Text brauch ich dann meistens noch Monate. Das ist das Schwierigste für mich!" Michaels Vorbild als Songwriter ist Herbert Grönemeyer. Musikalische Vorbilder sind weiters Queen, Elton John, und einige Bassisten und Pianisten aus der Jazzszene, "die ich aber gar nicht namentlich aufzähl, weil die kennt keiner."

Pläne für die weitere Zukunft?

"Langfristig plane ich nicht", sagt Michael. "Ich nehm jeden Tag wie er kommt und versuche möglichst das Beste daraus für mein persönliches Weiterkommen zu machen. Mein einzig langfristiges Ziel ist momentan nur: gesund bleiben."

Juni 2003