Tiroler Tageszeitung: Interview
Michael Tschuggnall über CD und Zukunftspläne.
TT: Du hast mit einer Eigenkomposition den Sieg bei Starmania geholt. Wie viel eigene Titel sind auf deinem Album?
Michi: Das Album wurde extrem schnell produziert, teilweise sogar während ich noch auf Tour war. Ich hatte deshalb nicht sehr viel Zeit zum Selberschreiben. Es gingen sich gerade einmal drei Lieder aus. Das sind ganz neue Songs. Insgesamt haben wir aus 805 Songs mögliche Coverversionen ausgesucht. Welche letztendlich aufs Album kamen, war auch meine Entscheidung.
TT: Welchen Sticker würdest du deinem Album aufkleben und warum heißt es schlicht "Michael Tschuggnall"?
Michi: Es ist definitiv ein Popalbum geworden. Es ist ziemlich natur-belassen. Das heißt, dass wir mit einem Flügel und echten Streichern gearbeitet haben. Es sind einige Balladen drauf. Ich würde sagen, dass es ein Album für eine breite Zielgruppe geworden ist, kein reines Teeniealbum. Als Titel ist mir irgendwie nichts Passendes eingefallen. Außerdem stehe ich da in einer Tradition mit Größen wie Elton John. Sein erstes Album hieß ja auch schlicht Elton John.
TT: Musste die Produktion des neuen Albums so schnell gehen, weil im Herbst ja schon die neuen Starmaniacs in den Startlöchern scharren?
Michi: Ja schon. Jetzt ist die beste Zeit dazu, weil ich noch sehr medienpräsent bin. Im Herbst kann sich das ändern. Den Sommer muss ich nützen.
TT: Die Neuen könnten euch die Show stehlen...
Michi: Sicher. Alle von uns werden es nicht schaffen. Es gibt neue Alben von Christl, Boris und mir, von den anderen Singles. Wenn im Herbst die Neuen da sind, ist fraglich, wer von uns weiterhin im Rampenlicht stehen wird.
TT: Laut Gerüchteküche hast du ja ohnehin schon finanziell aus-gesorgt. Kannst du verraten, wie viel Starmania-Geld auf deinem Sparbuch ist?
Michi: (lacht) Sicher, die Auftritte werfen viel Geld ab. Das sieht aber nur auf den ersten Blick nach viel aus, das muss ich noch versteuern. Für Fernsehauftritte und Radioshows bekomme ich aber keinen Cent. Das muss ich gratis machen. Außerdem bekommt 30 Prozent von allem was ich verdiene, selbst vom Album, der ORF. Wie viel ich bis dato verdient habe, kann ich ehrlich noch nicht sagen, weil das meiste Geld erst noch reinkommt. So habe ich etwa von dem Single-Verkauf noch nichts bekommen. Das wird erst in den nächsten Monaten der Fall sein.
TT: Würdest du im Nachhinein sagen, dass du es auch ohne Starmania geschafft hättest?
Michi: Auf keinen Fall. Da müsste man schon ein Riesenglück haben. So eine Medienpräsenz hätte ich unmöglich erreichen können. Außerdem glaube ich, dass Star-mania insgesamt die heimische Musikszene angekurbelt hat.
TT: Apropos Medienpräsenz. Kannst du überhaupt noch unerkannt dein Privatleben ge-nießen?
Michi: Nein, eher nicht. Ich werde oft auf der Straße angequatscht und um Autogramme gebeten - egal ob in Wien oder Tirol. Das kann schon mal nerven, obwohl ich natürlich für meine Fans präsent sein will. Deshalb bleibe ich am liebsten in meinen eigenen vier Wänden.
TT: Das ist aber eine brutale Einschränkung...
Michi: Ja, schon. Aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit.
TT: Sieht man dich wieder live? Wird es zum Album eine Solo-Tour geben, vielleicht sogar mit eigener Band?
Michi: Ja, das ist geplant. Ich bastle auch gerade an der Besetzung meiner eigenen Band. Da werden auch zwei Tiroler mit dabei sein.
(Quelle: Tiroler Tageszeitung, Liane Pircher und Christian Jentsch)
15.6.2003
