Michi Tschuggnall steht wieder auf der Bühne.
Die Teenies sind daheim geblieben. Die Teddybären auch. Starmania ist vorbei. Und Michael Tschuggnall wieder da. Bei seinem Live-Einsatz nach einer langen Pause überraschte er die Fans mit gefühlvollen Songs.
Michael Tschuggnall ist kein Mann großer Worte - und auf der Bühne wirkt der groß gewachsene Telfer fast ein wenig klein. Bis er zum Mikrofon greift, die Nervosität fast vergisst und das tut, was er am besten kann: singen! Vor knapp 150 Zuhörern kehrte der 23-Jährige am Donnerstag auf die Bretter zurück, die ihm schon vor seinem Starmania-Sieg im Februar 2003 die Welt bedeuteten. Und es noch immer tun. Auch ohne kreischende Kiddy-Fanclubs und aufgezwirbelte Autogramm-Jäger.
"Das war schon eine harte Wartepause", gesteht Tschuggi, der lieber Michael sein und Musik machen will. Und das tut er dann auch. Zwei Stunden, mit neuer Band, neuen Songs und einer Hand voll Hardcore-Anhänger, die ihm in der ersten Reihe zuschmachten. Der Großteil der Zuhörerschaft ist dem Starmania-Alter schon lang entwachsen. Und dem Telfer trotzdem treu geblieben. Weil er "Substanz" hat, wie einer der Konzertgäste betont.
Aber Michael ist nicht gekommen, damit wir uns an die Starmania-Zeit erinnern. Nicht umsonst wählt er "Damit wir uns verstehen" als Opener. Auch wenn "ich mich lange gegen Deutsch gewehrt habe", wie er uns nach dem Konzert gesteht.
Damit wir uns verstehen: Michael merkt man seine Live-Abstinenz an. Er ist nervös, einige Dinge klappen nicht wie gewünscht. "Aber das meiste sind Sachen, die der Konzertbesucher eh nicht mitbekommt." Dass die Soli mit der Gitarre noch nicht perfekt sitzen, vor Publikum, darf ihm wohl keiner übel nehmen. "Wenn ich das zuhause übe, sitzt jeder Griff." Aber live, das ist etwas anderes.
Es sind aber andere Dinge, die die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Was nicht unbemerkt bleibt, ist, dass Michael ganz genau weiß, was er tut und was er mit seiner Musik will. Man merkt es den Songs an. Es sind große Gefühle, die den stillen Star bewegen. Und er wählt die Gitarre, das Klavier und seine Stimme, um seiner Bewegtheit Ausdruck zu verleihen. Ein Freund von uns pflegt immer zu sagen: "Man muss fliegen können."
Michael kann. Und noch weiß keiner, wohin seine Träume ihn tragen werden.
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NEUE: Wie war es, nach so langer Zeit wieder live vor Publikum zu spielen?
Michael Tschuggnall: Obwohl ich extrem nervös und stimmlich nicht ganz auf der Höhe war, bin ich mit dem Auftritt voll zufrieden.
NEUE: Die familiäre Atmosphäre im Treibhaus hat nicht mehr viel mit dem Massenphänomen Star-mania zu tun. Was ist dir lieber?
Michael: Ich hab' zwar nichts gegen viele Zuhörer, aber ich kann nichts damit anfangen, wenn die Leute schon zu schreien anfangen, bevor ich überhaupt einen Ton gesungen habe. Ich singe lieber vor Menschen, die Interesse an meiner Musik haben.
NEUE: Warum hat sich die Veröffentlichung des Albums verzögert?
Michael: Weil ich alle Songs selbst komponiert und getextet habe, hat die Produktion länger gedauert. Ich wollte eben, dass alles perfekt ist.
NEUE: Wo siehst du deine musi-kalische Zukunft. Glaubst du, dass du das Zeug zum Popstar hast?
Michael: Eines ist mir ganz wichtig. Ich bin ein Musiker und will ein Musiker bleiben. Popsternchen wird mit Sicherheit keines aus mir.
Quellen: portal.tirol.com/szene/innsbruck/9032/index.do
portal.tirol.com/szene/oberland/9041/index.do
29.4.2005
