Tourneeauftakt in FÜGEN
Die kleine Zillertaler Gemeinde Fügen war Freitag abend Schau-platz des Österreich-Tourauf-taktes von Michael Tschuggnall. Schon vor 19 Uhr bildeten sich am Eingang große Besuchertrauben. Kurz vor halb acht war dann die Festhalle Fügen voll. Wenig überraschend: In den ersten zehn Reihen vor der Bühne waren Männer Mangelware. Nur hie und da war ein männliches Gesicht zu sehen, meist mit Sohn oder Tochter auf den Schultern.
Unterhaltsames Warten. Bis 21 Uhr musste sich das Publikum aber noch gedulden. Das Warten wurde mit einer Modeschau der aktuellen Winterbekleidungstrends und dem Auftritt von Saxophonistin Susan P. verkürzt. Sie lieferte als ihre Interpretationen von aktuellen Hits und Evergreens.
Als der Moderator schließlich den Star ankündigte, auf den alles wartete, gab es im schon ungeduldigen Publikum kein Halten mehr. Jubel in vorwiegend hohen Tonlagen hallte durch den Raum. Während ein Bandmitglied nach dem anderen erschien, schwoll der Tonpegel in Lautstärkenbereiche, die eine Steigerung kaum mehr zuließen. Und als Michaels Stimme erstmals zu hören war, wurde sie vom frenetischen Schreien des Publikums verschluckt.
Michael Tschuggnall, Starmanias Nummer eins, stand erstmals mit seiner Band und seinen Liedern auf seiner Bühne. Zwei Stunden lange ließ er keine Zweifel daran aufkommen, warum er Starmania gewann. Am Klavier, an der Gitarre und vor allem stimmlich bewies er die musikalisch Qualitäten, die ihm immer wieder Vergleiche mit Sir Elton John einbringen. Zum Thema meinte Michael: "Weil ich immer wieder mit Elton John verglichen werde, will ich es mir nicht nehmen lassen und singe jetzt ein paar Songs von ihm."
Drei Elton-Songs später trat der Tiroler Musiker auch gleich den direkten Vergleich mit der britischen Pop-Legende an und präsentierte sein Lied "Tears of Happiness". Neben den Elton-Interpretationen und seinem Klassiker mischte Tschuggnall geschickt die Lieder vom aktuellen Album "Michael Tschuggnall" und Songs, die er während der Starmania-Show präsentierte. Mit Zugaben endete ein Debütkonzert, in dem Michael und seine Band musikalisch überzeugen konnten. Rockiger als erwartet präsentierte sich der 21-Jährige, musikalisch reifer als ihn viele einschätzen. Michael Tschuggnall zeigte, dass Teeniestar zu sein nicht seine eigentliche musikalische Berufung ist. Vielmehr ist er ein ernst zu nehmender Musiker mit jeder Menge Talent und schon jetzt großem Können.
(Quelle: Tiroler Tageszeitung, Patricio Hetfleisch)
5.10.2003
